Brainstorming – REXUS-Experiment 2022

Brainstorming – REXUS-Experiment 2022

KSat hat mit MIRKA2-RX, ROACH, ROACH2 mehrfach seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt, ein Experiment für das REXUS/BEXUS-Programm von DLR und SNSA zu entwerfen, zu konstruieren und für den Start zu qualifizieren.

Auch wenn ROACH2 wegen der Corona-Pandemie noch auf seinen Flug wartet, werden im Sommer die Anträge für Plätze auf den REXUS-Raketen oder BEXUS-Ballons abgeschickt, die 2022 starten werden.

Gesucht: Ideengeber, Tüftler und Bastler

Wenn Du eine eigene Idee hast, was du gerne auf einer Höhenforschungsrakete oder einem Forschungsballon ausprobieren willst, melde dich unter kontakt@ksat-stuttgart.de. Wir wollen 2022 wieder dabei sein und ein junges, neues Team aus Studierenden jeder Fachrichtung zu Trainings Week, Integration Week und zur Launch Campaign schicken!

Jede Gruppe aus vier oder mehr Studierenden (derselben Hochschule) kann sich bewerben. Motiviere deine Kommilitonen und Kommilitoninnen und überzeuge KSat von deiner Idee. Gemeinsam können wir als Team an den vor uns liegenden Aufgaben wachsen. Keine Sorge, jeder kann mitmachen! Erfahrene KSat-Mitglieder werden euch mit ihrem Know-How und ihrer Mitarbeit unterstützen und gemeinsam ein tolles Projekt daraus kreieren.

Wir, als KSat, bieten unseren Mitgliedern Zugang zu Werkstätten, Kurse im Löten und Programmieren, Hilfe beim 3D-Druck (nebst Zugang zu eigenen 3D-Druckern), Kontakte zu Werkstätten und eine ausgereifte Server-Infrastruktur. Wenn Du an der Uni Stuttgart studierst und ein REXUS/BEXUS-Experiment umsetzen willst, komm zu uns!

Was ist REXUS/BEXUS?

REXUS/BEXUS ist ein deutsch-schwedisches Programm, welches es Studierenden aus ESA-Staaten ermöglicht, eigene Experimente durchzuführen. Experimente, welche auf den Ausblick von Höhenforschungsballonen oder das Fast-Vakuum und die Mikrogravitation auf Forschungsraketen angewiesen sind.

Das Team von REXUS/BEXUS kümmert sich um die Trägerrakete / den Ballon und die Studierenden fokussieren sich auf ihr Experiment.

Mehr Infos zum Programm gibt es unter http://www.rexusbexus.net

Wir suchen Dich!

Wir suchen motivierte Studierende, die Raumfahrtprojekte umsetzen wollen.

Wir suchen angehende Ingenieure und Wissenschaftler ab dem 1. Semester.

Wir suchen Studierende einer Stuttgarter Hochschule oder Universität.

Stuttgarter Satellit SOURCE im ESA-Programm Fly Your Satellite!

Stuttgarter Satellit SOURCE im ESA-Programm Fly Your Satellite!

Auf dem Weg zu ihrem ersten Satelliten in einer Umlaufbahn hat die Studentische Kleinsatellitengruppe der Universität Stuttgart, KSat e.V., eine große Hürde gemeistert. Ein Teil des Teams aus 70 Studierenden nahm im Dezember am Auswahl-Workshop des Fly Your Satellite!-Programms im niederländischen ESTEC Forschungszentrum teil. Mit seiner bisherigen Arbeit konnte es die Experten der ESA überzeugen und wurde zusammen mit drei weiteren angenommen!

KSat hatte mit MIRKA2 bereits eine Wiedereintrittskapsel und mit ROACH einen Wartungsroboter für Raumfahrzeuge konstruiert, beide als Teil des deutsch-schwedischen REXUS/BEXUS-Programms, das ebenfalls von ESA Education unterstützt wird. Mit PAPELL konnte die Gruppe ein Experiment auf der Internationalen Raumstation ISS zum Verhalten magnetischer Flüssigkeiten durchführen. Alle drei Experiment-Reihen haben das Potenzial, eines Tages wichtige Aufgaben auf Satelliten und anderen Raumfahrzeugen zu meistern.

Doch der namensgebende Kleinsatellit fehlte der Hochschulgruppe bislang. Ende 2017 fassten langjährige Mitglieder gemeinsam mit dem Vorstand die Entscheidung, diesen Makel zu bereinigen: Nach den lehrreichen und erfolgreichen Missionen als Nutzlast auf REXUS-Raketen und der ISS sollte der erste eigene autarke Kleinsatellit folgen.

Das ambitionierte Projekt begann mit vier Studierenden und dem Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität Stuttgart. Denn auch wenn der Satellit in Eigenregie und ausschließlich von Studierenden gebaut werden sollte, wäre das nicht ohne die Expertise und Unterstützung durch das IRS zu schaffen, darin war man sich einig. Das IRS hatte bereits im Juni 2017 den selbst entwickelten und gebauten Satelliten Flying Laptop erfolgreich ins All gestartet und betreibt seitdem unter den deutschen Universitäten den größten Satelliten.

Die Partnerschaft zwischen KSat und dem IRS ist keineswegs neu, das IRS war stets Unterstützer, Förderer und gleichzeitig wertvoller Kritiker. Doch diesmal sollte die Zusammenarbeit weitergehen. Jeder Teilbereich des Satelliten, Subsystem genannt, sollte von einem Doktoranden betreut und beraten werden. Im Zuge dessen sollten Studierende die Arbeit an dem Projekt auch im Studium anrechnen können. Nach einer kurzen Namenssuche einigte man sich auf den Namen SOURCE, Stuttgart One Unit Research Cubesat for Education. KSat wählte Annika Stier und Robin Schweigert als Projektleitung, das IRS stellte ihnen mit Michael Lengowski einen erfahrenen Satellitenbauer als Projektkoordinator zur Seite. Im Sommersemester 2018 konnte das bislang größte Projekt von KSat und die Lehrveranstaltung „Praktikum CubeSat-Technik“ starten. Das erklärte Ziel waren Entwurf, Bau und Betrieb eines 1-Unit-CubeSats. Ein CubeSat ist ein Standard für Microsatelliten, aufgebaut aus Würfeln mit 10 cm Kantenlänge und einem Gewicht von je 1 kg, Units genannt. Zum Vergleich: Der Flying Laptop des IRS wiegt über 100 kg und hatte in etwa die Abmessungen einer Waschmaschine.

Da nun die Rahmenbedingungen abgesteckt waren, konnte man sich der ersten wichtigen Frage widmen: Wie baut man eigentlich einen Satelliten?

Im Studium lernt man alle wichtigen Grundlagen seines Faches. Ein Studierender kennt die wichtigsten Gleichungen, um einen Orbit zu berechnen, weiß welche Phasen eine Raumfahrtmission durchläuft, kennt Fertigungsverfahren und die Physik hinter Funktechnik, Thermalsimulation und Lageregelung. Bei SOURCE kommt dieses Handwerkszeug für viele Studierende erstmals zur praktischen Anwendung.

Straffer Zeitplan - Schneller Fortschritt

Ein wöchentliches Treffen wird Angelpunkt des Projektes. Die ersten Treffen ähneln einer Vorlesung: IRS-Mitarbeitende verschaffen in einem Crashkurs zur Satellitentechnik einen Überblick, was alles zu tun ist. Ab der dritten Woche erinnern die Treffen eher an Plenarsitzungen, in denen die Subsystem-Gruppen ihre Fortschritte in Plänen präsentieren und versuchen, diese in Einklang mit denen der anderen zu bringen.

Die Nutzlast-Gruppe möchte eine Kamera einbauen, um anhand des Sternenhimmels die Position des Satelliten bestimmen zu können. Dabei fällt die Wahl auf einen speziellen Bildsensor, der lediglich über USB3.0 oder ein Gigabit-Netzwerk angeschlossen werden kann. Die Suche der Gruppe „On Board Computer & Data Handling“ nach einem Hauptcomputer mit einem entsprechenden Anschluss endet ergebnislos. Entweder fehlt die nötige Schnittstelle oder die nötige Space Heritage – heißt, das Bauteil war noch nie im All. Für den kritischen Hauptcomputer will man allerdings unbedingt ein „bereits geflogenes“ Modell wählen. Nur so kann man davon ausgehen, dass Vakuum und kosmische Strahlung das Bauteil nicht sofort zerstören.

Man einigt sich nach Monaten der Recherche und des Abwägens auf einen zusätzlichen Computer, welcher nur für die Kamera verwendet wird. Das System stammt aus der Automobilindustrie und hält die nötige Schnittstelle bereit - wie zuverlässig er jedoch im All funktioniert, wird sich erst nach dem Start zeigen. Dieses Risiko ist man bereit einzugehen. Ein Ausfall würde den Verlust des Experiments bedeuten - jedoch nicht den Satelliten gefährden.

Nach dem ersten Semester stehen die Anforderungen an den Satelliten fest. KSat und das IRS laden interne und externe Gutachter aus der Industrie ein, sogenannte Reviewer, welche die Arbeit der Studierenden betrachten, kritisieren und schließlich nach einigen Nachbesserungen die Phase A für bestanden erklären. Der Vorgang soll sich jedes Semester wiederholen.

Der Satellit ist gewachsen, aus einer Unit wurden drei. Mit Industriepartnern kamen diverse neue Nutzlasten hinzu. Man einigt sich auf den neuen Namen „Stuttgart Operated University Research CubeSat for Evaluation & Education“.

Im Februar 2019 steht beim zweiten Review das vorläufige Satellitendesign zur Diskussion. Die Reviewer prüfen die Dokumentation gewissenhaft und legen eine Liste mit knapp 200 Kritikpunkten vor. Nach umfassender Nacharbeit, die bis Juli dauern sollte, kommt das OK, auch Phase B für beendet zu erklären.

Neuer Zeitplan und neuer Elan

Mit dieser Verzögerung durch die Nacharbeit ist der ursprüngliche ambitionierte Zeitplan nicht mehr zu halten. Den inzwischen knapp 50 Studierenden wird zunehmend bewusst, dass der Aufwand eines Satellitenbaus größer ist als gedacht. Auch kommen zum Sommersemester 2019 kaum neue Studierende hinzu.

Um der Flaute entgegenzusteuern, stehen der Teamleitung nun zwei Systemingenieure zur Seite. Alle Subsysteme haben inzwischen Gruppenleiter, um die Arbeitsverteilung in der Gruppe zu koordinieren und sich in wöchentlichen Besprechungen mit anderen Subsystemen abzustimmen. Die wöchentlichen Gesamttreffen entfallen zunehmend zugunsten von Workshop-Tagen. An diesen Montagen treffen sich nach Möglichkeit alle Beteiligten und arbeiten gute acht Stunden zusammen in einem Hörsaal. Die Phase C wird gestreckt und soll nun zwei Semester andauern und erst im Frühling 2020 abgeschlossen werden. Bei einer Beratung mit einem sehr erfahrenen Mitarbeiter aus der Elektronikwerkstatt des IRS kommentiert dieser, er sei überzeugt, dass SOURCE eines Tages funktionieren und fliegen werde, nur nicht im ursprünglichen Zeitplan.

Zwischenstand Herbst 2019

Im Herbst 2019 folgt ein drittes Review, bei dem nur ein Zwischenstand „C1“ gezeigt wird. Die Dokumentation hat inzwischen fast 400 Seiten erreicht. Zur Freude aller Beteiligten hat sich der Wind wieder gedreht. Das Feedback ist ausgesprochen positiv, die bedeutenden Fortschritte werden hervorgehoben, die Professionalität der studentischen Arbeit betont. Die Trendwende scheint geschafft, und das genau zur richtigen Zeit.

Mit dem Programm „Fly Your Satellite!“ bietet ESA Education studentischen Satellitenprojekten die seltene Gelegenheit, gemeinsam mit Experten der ESA ihren Satelliten zu testen, zu qualifizieren und schließlich zu fliegen. Für SOURCE eine einmalige Chance: Die Tests des Satelliten professionell durchzuführen und damit den Satelliten für einen Start zu qualifizieren, sind große Herausforderungen, bei der die Unterstützung durch die ESA mehr als willkommen ist.

Die Abgabefrist der Bewerbung nur wenige Wochen nach dem Review verlangt von allen Beteiligten abermals vollen Einsatz und bisweilen Nachtschichten. Am späten Abend des 13. Oktobers laden die Teamleiter das fertige Dokument hoch.

Mit über 20 Anmeldungen zur Lehrveranstaltung und 15 weiteren Interessenten startet die Phase C2 mit einem gestärkten Team, kommentiert Robin Schweigert: „Wir hatten so viele Interessierte für einen Platz im Struktur und Thermal-Subsystem, dass wir zum ersten Mal Studierende enttäuschen mussten - allerdings nur, weil sie wählerisch mit den Aufgaben sind, in den anderen sieben Subsystemen sind weitere Helfer noch immer willkommen“.

Die Vorsitzende von KSat e.V., Franziska Hild, freut sich über den regen Zulauf, den 2019 alle Projekte hatten: „Wir sind so vielfältig wie noch nie“. Unter den Beteiligten sind neben Studierenden der Luft- und Raumfahrttechnik auch zunehmend welche der Informatik, Elektrotechnik, Physik, Simulation Technology und Sozialwissenschaften. Sie führt weiter aus: „Raumfahrt ist eben kein isoliertes Fachgebiet, sondern eine Anwendung verschiedenster Disziplinen.“

„Ein tolles Experiment bringt wenig, wenn die Kommunikation scheitert, die Steuersoftware ausfällt oder die Energie ausgeht“, beginnt Michael Lengowski die Einführung für die neuen SOURCEler. Vom Boden sähen alle drei Fälle gleich aus: Kein Signal. „Darum müssen wir unseren Satelliten robust auslegen und vor allem testen, testen, und testen“.

.

Auswahlworkshop für das ESA-Programm Fly your Satellite!

Am 7. November erreicht die Projektleitung die frohe Botschaft: „Wir sind beim Selection Workshop für Fly Your Satellite! dabei!“, schreibt der Projektkoordinator Daniel Galla im Gruppenchat.

Bei diesem Auswahl-Verfahren wird von jedem Bewerber-Team eine Delegation von vier Studierenden zum ESA ESTEC-Forschungszentrum in den Niederlanden eingeladen. Fünf weitere Reisen auf eigene Kosten an. Die Auslagen werden am Ende gleichmäßig auf alle verteilt.

Mitte Dezember ist es dann soweit. In einer Präsentation mit anschließender Fragerunde stellen sich die Studierenden den Experten der ESA. Hier wird sich auch für SOURCE zeigen, ob man sich gegen die europäische Konkurrenz durchsetzen kann. Wer hat die spannendsten Experimente an Bord? Welches Team kann überzeugen, dass es in der Lage ist, seinen Satelliten erfolgreich zu konstruieren? Die Finanzierung des Baus zu stemmen? „Dass wir beim Selection Workshop dabei sein dürfen, ist schon ein riesiger Erfolg“, freut sich Annika Stier. Von den Teams aus Deutschland, Österreich, Schweden, Spanien, Griechenland, Finnland und Großbritannien werden nicht alle in das begehrte Programm aufgenommen werden.

Nach einem ganzen Tag voller Präsentationen aller teilnehmenden Teams wird der Rest der Woche mit Seminaren von ESA Experten zu jedem Aspekt des Satellitenbaus verbracht. Das Team bekommt eine Fülle hilfreicher Informationen und Tipps mit auf den Weg. Noch wertvoller ist die Möglichkeit, die aktuellen Probleme und Herausforderungen einmal direkt mit einigen der führenden Experten in diesen Bereichen zu diskutieren. Am Ende der Woche fährt das Team zurück nach Stuttgart, um weiter am Satelliten zu arbeiten.

Ende Februar kommt dann die ersehnte Zusage: SOURCE ist in das Fly Your Satellite! Programm aufgenommen. „Herzlichen Glückwunsch an alle, das wäre ohne eure Arbeit und euer Durchhaltevermögen niemals möglich gewesen“, schreibt die Projektleitung in den Gruppenchat. Und auch Professorin Sabine Klinkner gratuliert: „Das war eine großartige Teamleistung, die Dokumentation für die ESA vorzubereiten und SOURCE überzeugend vor Ort zu präsentieren. Vielen Dank an alle für den tollen Einsatz!“

Es liegen noch viele Herausforderungen und eine Menge Arbeit vor den Studierenden, bis ihr eigener Satellit bereit sein wird, ins All zu fliegen. Aber mit einem großen motivierten Team und der jetzt gesicherten Unterstützung der ESA sind sich alle sicher, dass die Frage nicht ist ob, sondern wann es soweit ist.

Was ist KSat?

Die Studentische Kleinsatellitengruppe der Universität Stuttgart wurde 2014 von Studierenden der Luft- und Raumfahrttechnik gegründet. Sie ermöglicht es, bereits im Studium an echten Raumfahrtmissionen zu arbeiten und so praktische Erfahrungen zu sammeln. KSat veranstaltet Konferenzen und Konstruktionswettbewerbe und schafft Plattformen für Austausch und Zusammenarbeit zwischen Studierenden, Instituten und Industriepartnern. KSat ist als Hochschulgruppe anerkannt und als Verein eingetragen.

Was ist das IRS?

Das Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart.

What is SOURCE?

SOURCE ist ein CubeSat, welcher gemeinsam von KSat und dem IRS entwickelt wird. Der Kleinsatellit hat eine Größe von 3 Units und soll 2021 auf eine sonnensynchrone Umlaufbahn gebracht werden. SOURCE wird Sensoriken und andere Bauteile erstmals im All testen und durch Atmosphärenmessungen beim Wiedereintritt Simulationen des IRS überprüfen. Außerdem werden Meteore beobachtet und seine Lage mit einer Sternenkamera bestimmt werden.

SOURCE ist der erste CubeSat von KSat und auch der erste CubeSat der Universität Stuttgart.

Kenndaten SOURCE

Größe: 3U+ (10x10x36 cm)

Entwicklungsbeginn: 2018

Launch: 2021 / 2022 (geplant)

Mitarbeiter: 70 Studierende, Beratung durch Doktoranden des IRS

Organisation

Teamleitung: Annika Stier, Robin Schweigert

Projektkoordination IRS: Daniel Galla, Michael Lengowski

Systemingenieure: Adrian Causevic, Klemens Boltenhagen

Subsysteme: Lageregelung (ACS), Energie (EPS), Kommunikation (COM), On-Board Datahandling (OBDH), Struktur und Thermal (S&T), Simulation und Testbed (Sim), Nutzlast (PL), Operations and Ground (Ops)

Nutzlasten: Meteor-, Stern- und Horizontkamera (MeSH-Cam), Sensoren für Wärmefluss und Druck, Photodioden, Sensoren für atomaren Sauerstoff (FIPEX), 3D-gedruckte Sandwich-Struktur mit eingebetteter Sensorik, Smart Heater, Dünnfilm-Solarzellen, Erdbeobachtungskamera

Mehr Informationen

Kontakt für Presseanfragen

SOURCE Website

Fly Your Satellite! Website

Das Projekt SOURCE wird mit der Unterstützung des Education Office der Europäischen Weltraumagentur ESA im Fly your Satellite!-Programm durchgeführt.

 

Download als PDF

ROACH2 Integration-week

ROACH2 Integration-week

Übersicht

Vom 9. bis 13. Dezember fand in Bremen am ZARM die REXUS Integration-week statt. In dieser Woche wurde das Experiment zusammengebaut, auf einem Vibrationstisch einer Vibrationsanalyse unterzogen und während des Benchtests auf Kompatibilität untersucht.

Montag

Am Montag packten wir den Rest unserer Sachen ein und beluden das Auto. Danach machten wir uns auf eine lange Reise gen Norden. Die Ankunft im Hotel in Bremen war dann am Abend.

Dienstag

Der Dienstag war komplett für den Zusammenbau des Experimentes vorgesehen.

Mittwoch

Am Mittwoch war eigentlich unser shaker-test vorgesehen. Da wir jedoch leider noch nicht bereit dafür waren, wurde dieser auf Donnerstag verschoben. Somit wurde auch dieser Tag mit Zusammenbauen verbracht. Am Abend kam noch eine Diskussion auf, ob unser Experiment vielleicht auf eine andere Rakete verlegt wird, da es Kompatibilitätsprobleme mit zwei anderen Experimenten gab. Wir setzten uns daher am Abend im Hotel zusammen und besprachen die Auswirkungen dieser Änderungen auf unser Experiment. Unser schlussendliches Ergebnis war, dass diese Änderung unser und andere Experimente aufgrund von Vibrationen gefährden würde.

Nachdem wir im Vereinschat ein Bild unseres Rovers gepostet hatten, kamen einige Memes zurück, die wir hier nicht vorenthalten wollen.

Donnerstag

Am Morgen trafen wir noch letzte Vorbereitungen, bevor es dann am späten Vormittag auf den Shaker ging. Nach ein paar spannenden Minuten war es dann vorbei. Die Inspektion ergab, dass wir in eineigen Bauteilen ein paar Risse haben. Im Großen und Ganzen trat aber nichts Schlimmes und unerwartetes auf. Am Nachmittag hatten wir etwas Freizeit, in der wir auf das dritte Team auf der Rakete gewartet haben, bevor es dann am Abend den Benchtest gab. Nachdem eines der Experimente ein falsches Signal bei dem zweiten induziert hatte, wurde der Test dann abgebrochen und auf Freitag verlegt.

Freitag

Am Freitag fand dann der Benchtest statt. Bei dem Benchtest werden alle Experimente zusammen mit dem Service-Modul aufgebaut und der gesamte Flugablauf simuliert. Das Ziel ist herauszufinden, ob die Experimente funktionieren und sicherzugehen, das sich die Experimente nicht gegenseitig beeinflussen. Dieser Test verlief dann ziemlich reibungslos, sodass wir um 11 Uhr fertig mit testen und einpacken waren und uns wieder auf den Heimweg machen konnten. In Stuttgart kamen wir dann am späten Abend wieder an.

KSat e.V. Jahresbericht 2019

KSat e.V. Jahresbericht 2019

Das Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu und da es wieder ein ereignisreiches, spannendes und auch erfolgreiches Jahr war wollen wir hier zum ersten Mal in einem jährlichen Newletter unsere Projektfortschritte, Ergebnisse und Erlebnisse zusammenfassen.
So haben wir BUBBLE 1 gestartet, sind bei SOURCE weiter fortgeschritten, stehen bei ROACH 2 und BUBBLE 2 kurz vor dem Start, und sind dabei, PAPELL abzuschließen. Nebenbei starten wir in die mittlerweile vierte CanSat Challenge, haben einige Konferenzen besucht und werden auch als Verein immer größer und vernetzter.

Falls ihr dem Verein ein Weihnachtsgeschenk machen wollt, würden wir uns sehr über eine Spende freuen, entweder über unseren neu eingerichteten PayPal-Account oder direkt an:
KSat Stuttgart e.V.
IBAN: DE44 6009 0100 0406 8300 02
Volksbank Stuttgart

Wir wünschen viel Spaß und Freude beim Lesen und eine schöne Weihnachtszeit!

ROACH2 Critical Design Review (CDR)

ROACH2 Critical Design Review (CDR)

ROACH2 Critical Design Review (CDR)

CDR beim DLR Oberpfaffenhofen

Im Rahmen des Critical Design Review von Roach-2 fand auch dieses Jahr wieder ein Lötkurs am DLR Standort in Oberpfaffenhofen statt. Hier wurde jeweils ein Vertreter der Teams aus ganz Europa in die Richtlinien und Praxis des THT(Through Hole Technology) und SMD(Surface mounted devices) Löten eingeführt.

Nachdem wir am Montag trotz schwierigster Wetterlage gut angekommen sind ging es am Dienstag los. In dem quali- und quanti-tativ(Siehe Bild unten) bestens eingerichtet Lötzentrum des DLR ging es am ersten Tag um das THT Löten. Nachdem wir in der ersten Tageshälfte die Standards gelernt haben, konnten wir nach einem leckeren Mittagessen es endlich selber ausprobieren. Dabei haben wir sowohl auf 2-layered Board als auch auf 4-layered Board(Wie sie im Roach-2 Rover zum Einsatz kommen) gearbeitet. Nachdem wir dies mit Erfolg gemeistert haben, sind wir mit den anderen Teams noch essen gegangen. Dabei konnten wir uns über unsere Projekte austauschen.

Am nächsten Tag ging es mit dem SMD – Löten weiter. Hierbei haben wir uns in der ersten Tageshälfte wieder der Theorie gewidmet und in der 2. es versucht praktisch umzusetzen. Dabei war dies deutlich schwieriger als das THT - Löten da die Verbindungen deutlich kleiner waren.Als dies erfolgreich bewältigt wurde erhielten wir noch unser Zertifikat.

Am Mittwoch kam dann die anderen drei Teammitglieder mit dem Zug an. An diesem Abend trafen wir dann auch noch ein paar andere Teams in der örtlichen Pizzeria in Steinebach, einem kleinen Ort in der Nähe des DLR. Am folgenden Tag hatten wir bis zum späten Nachmittag Zeit für uns. Diese nutzten wir, um die Umgebung zu erkunden und nach einigen Kommunikationsschwierigkeiten mit dem Busfahrer auf dem Weg zum Campus unsere Präsentation zu proben.

Unser erster Termin war dann ein Vortrag über environmental Testing. In diesem wurde über die Belastungen während der Mission und die Tests für ebenjene Belastungen referiert. Am Abend gab es dann ein gemeinsames Essen mit unseren Betreuern und allen Teams in einem Lokal direkt am See. Der Freitag war dann der Tag unseres CDRs (Critical Design Review). Als letztes Team präsentierten wir unseren Fortschritt und bekamen wertvolles Feedback. Das Experiment im Allgemeinen kam gut an, an unserer Dokumentation müssen wir jedoch nochmal arbeiten. Nach der ca. 20-minütigen Präsentation vor Experten der beteiligten Partnerorganisationen beantworteten wir noch alle aufkommenden Fragen und erhielten wertvolle Anmerkungen und Hinweise. Direkt im Anschluss gab es dann noch eine Interface Diskussion in welcher mögliche Beeinflussungen durch andere Experimente besprochen wurden um gegenseitige Störungen zu verhindern oder zu minimieren.

SOURCE PDR

SOURCE PDR

SOURCE Preliminary Design Review

Am 21.02.2019 fand am Institut für Raumfahrtsysteme der Universität Stuttgart (IRS) das PDR von SOURCE statt.
Ziel des Tages war, die Projektphase B abzuschließen, in der das vorläufige Design des Satelliten aufgestellt worden war. Neben einem Projektmeilenstein für SOURCE stellte das Review für alle Teilnehmenden der angebotenen Schlüsselqualifikation eine Prüfungsleistung zum Abschluss des Semesters dar.
Außer den Reviewern, welche von dem Firmen Tesat-Spacecom, Thales Alenia Space und Airbus sowie vom DLR Bremen und der Baylor Universität kamen, durfte das SOURCE Team auch zahlreiche Gäste begrüßen. Darunter waren nicht nur Institutsangehörige des IRS und Mitarbeiter des SOURCE-Projektpartners IRAS, sondern auch Studierende des befreundeten studentischen Raumfahrtvereins TU Darmstadt Space Technology e.V. ("TUDSat"). Insgesamt konnte sich das SOURCE-Team über mehr als 70 Teilnehmende freuen.
Das Review begann um 10:00 Uhr mit dem Vortrag aller Subsysteme, der Systemingenieure und der Teamleitung. Innerhalb von etwa zwei Stunden wurde der bisherige Arbeitsstand am gesamten Satellitensystem vorgestellt. Bereits in der anschließenden Pause gab es viel Lob für die Ausdauer und Motivation mit der das Team an SOURCE arbeitet. Nachmittags hatten Reviewer und Gäste Zeit um Fragen zu stellen und Anmerkungen zu machen.
Im Anschluss an das Review zeigte sich die betreuende Hochschullehrerin Professorin Sabine Klinkner sehr zufrieden von der professionellen Durchführung des Reviews, „besonders gefreut hat mich wie souverän die Studierenden auf die Fragen der Experten geantwortet haben. Damit haben sie die Raumfahrtprofis richtig beeindruckt“.
Trotz des eher kühlen Wetters und hereinbrechender Dunkelheit ließ das SOURCE-Team auf dem Dach des Instituts den Abend ausklingen während sich das Review Board noch über den Ausgang des Reviews beriet.
Am Ende herrschte Einigkeit darüber, dass das Review Board ein Fortfahren mit Phase C empfiehlt, sobald alle RIDs (Review Item Discrepancies) bearbeitet wurden. Damit ist das Ergebnis des Reviews wie schon in Phase A ein sogenannter "Conditional Pass". Nun gilt es alle RIDs bis zum Beginn des nächsten Semesters zu schließen, um pünktlich in Phase C zu starten.
Das SOURCE Team bedankt sich bei allen Gästen und vor allem den Reviewern für das Interesse und Engagement mit dem diese das PDR von SOURCE möglich gemacht haben.

ROACH

ROACH

ROACH (Robotic in-Orbit Analysis of Cover Hulls) soll unser zweites Experiment im Rahmen des DLR REXUS/BEXUS Programms werden. Hierzu hat das KSat/ROACH Team erfolgreich eine Bewerbung für den REXUS 23/24 Zyklus eingereicht.

Motiviert wird das ROACH Projekt aus den Gefahren, welche Weltraummüll und Mikrometeoriden auf Weltraumobjekten wie Satelliten, Raumstationen und Raketenoberstufen darstellen. Zudem stellt Materialermüdung unter der anspruchsvollen Thermal- und Vakuumumgebung des Alls eine potentielle Gefahr dar. Um Beschädigungen und Veränderungen am Material erkennen zu können, ist es folglich ratsam in regelmäßigen Abständen diese Strukturen zu untersuchen. Einen neuen Ansatz dazu könnten miniaturisierte Roboter bieten, die sich mithilfe von elektroadhäsiven Ketten auf Raumflugkörpern bewegen können und mit Sensorik zum Detektieren von Schäden ausgestattet sind.

 

MIRKA2-ICV

MIRKA2-ICV

MIRKA2-ICV (Mikrorückkehrkapsel 2 - In-flight Communication Verification) ist ein Nachfolgeprojekt von MIRKA2-RX und dient der Aufarbeitung der Teilaspekte, wie zum Beispiel die nicht erfolgte Kommunikation während dem Flug. Außerdem werden verschiedene Verbesserungen und Änderungen am System getestet.

CAPE

CAPE

Der konzipierte Nanosatellit trägt den Namen CAPE (Cubesat Atmospheric Probe for Education) und geht auf eine von Priv.-Doz. Dr.-Ing. Georg Herdrich und Dr.-Ing. Jaime Esper angestoßene Missionsstudie der Arbeitsgruppe „Raumfahrtrelevante Plasmen“ des Instituts für Raumfahrtsysteme in Zusammenarbeit mit NASA Goddard zurück. CAPE ist mit eingeklappten Solarpanelen 40x10x10 cm³ groß und verfügt über eigene Lage- und Bahnregelungssysteme.

Papell: Überflieger Auswahlworkshop Bonn

Papell: Überflieger Auswahlworkshop Bonn

Drei Delegierte des PAPELL Teams haben am Auswahlworkshop für den Überflieger-Wettbewerb teilgenommen und sind dafür zum DLR Raumfahrtmanagement nach Bonn gereist.

Trotz des doch eher dürftigen Wetters verlief die Anreise gut, auch das Hotel erwies sich als äußerst komfortabel. Am Abend des Ankunftstages wurde noch einmal gewissenhaft die Präsentation geprobt, bevor bei einem Abendessen der Abend ausklang.

Der nächste Morgen begann um 10 Uhr mit einer kurzen Begrüßung von Johannes Weppler, dem Projektleiter des Überflieger-Wettbewerbs. Gefolgt von der ersten Experimentpräsentation ELVIS. Hier sollen 5 mm große Glasmurmeln 5 cm große Eisfragmente der Saturnringe repräsentieren und deren Kollisionsverhalten untersucht werden. Das nächste Experiment hieß DUST. Dieses Experiment soll eine Machbarkeitsstudie zum Metall-3D-Drucken darstellen, hierbei wurde allerdings nur die Verteilung der Metallspäne im Druckbereich untersucht und kein Laser verwendet. Die Metallspäne sollen mit einem Magnetfeld festgehalten werden. Eine vielversprechende Präsentation kam von 3D-DOS, welche gerichtete Dosimeter auf Szintillatoren-Basis verwenden wollen, um allgemein Teilchenstrahlung zu detektieren. Als letztes Team des ersten Tages trug FORALEX ihre Experimentidee vor. Hierbei geht es um Foraminiferen (Einzeller), die unter Mikrogravitation leben und dabei Aufschlüsse um ihre Kalkschalenbildung geben sollen.

Im Anschluss an die Mittagspause hielt ein Mitarbeiter des DLR einen sehr interessanten Vortrag zum Thema Projektmanagement. Hierbei ging es um die Planung und die Durchführung eines Projektes und die formalen Vorgaben seitens des DLR und der ESA.

Der abschließende Fragenteil lief so ab, dass sich die Teams in der Reihenfolge der Vorträge den Fragen der vier Experten stellen mussten. Die Fragen deckten alle Bereiche der Experimente sowie vor allem kritische Bereiche ab, um den Experten die Möglichkeit zu geben, die Projekte besser zu verstehen.

Der Tag klang mit einem leckeren Abendessen in der Pizzeria L’Osteria, bei anregenden und informativen Gesprächen über die einzelnen Experimentideen aus. Für unsere Delegation ging es nicht zu spät ins Bett, da am zweiten Tag unsere eigene Präsentation anstand.

Am nächsten Morgen startete um 9 Uhr die nächste Präsentation. Das Team LEOPaRD stellte ihr Experiment über Radioaktivitätsmessungen auf Photomultiplier-Basis vor. Danach präsentierte das Team von EXCISS ihr Projekt, bei dem sie Grundbausteine des Sonnensystems durch Reaktionen in Staub durch elektrische Lichtbögen entstehen lassen wollen. Um 10 Uhr war dann unser Team mit ihrer Präsentation an der Reihe. Die aufwändigen Animationen und das hoffentlich bald veröffentlichte PAPELL-Video kamen besonders gut an. ARISE schloss die Experimentpräsentationen ab. Hier soll die Klumpenbildung geladener kosmischer Staubteilchen untersucht werden. Diese Gruppe hatte auch bereits einige Tests im ZARM Fallturm durchgeführt und spannende Ergebnisse vorgestellt. Anschließend hielt eine Mitarbeiterin des DLR einen sehr interessanten Vortrag über Risikomanagement beim DLR. Hierbei ging es um die Risikoeinschätzung, Risikoklassifizierungen sowie um die formalen Vorgaben.

Nach der Mittagspause wurde die Gerst-Mission vorgestellt, wobei das Augenmerk vor allem auf der kommenden Mission im Frühjahr 2018 lag. Im Anschluss wurde wieder ein Fragenteil wie am Vortag durchgeführt. Bei unserem Projekt bezog sich der überwiegende Teil der Fragen auf zukünftige Anwendungen der Ferrofluidpumpen-Technologie.

Und damit war der Auswahlworkshop des DLR auch schon vorbei und nachdem noch ein Bild mit Astronaut Gerhard Thiele gemacht worden war, trat unser Team die Rückfahrt nach Stuttgart an.

Wir danken für die zahlreichen informativen und innovativen Vorträge der anderen Teams und wüschen allen viel Erfolg bei der weiteren Auswahl!