SpaceUp Stuttgart 23.07.2017

SpaceUp Stuttgart 23.07.2017

KSat hat die Schirmherrschaft über die diesjährige SpaceUp am 23.07.2017 am IRS / RZBW in Stuttgart übernommen. Eine SpaceUp ist eine informelle Raumfahrtkonferenz mit Fokus auf studentischer Forschung. Jeder Raumfahrtinteressierte ist eingeladen! Selbstverständlich wird auch KSat mit den neuesten Projekten PAPELL & ROACH vertreten sein.

Weitere Informationen sowie eine Anmeldeformular sind auf www.spaceup.org/stuttgart zu finden. Bis bald!

PAPELL

PAPELL

Pump Application using Pulsed Electromagnets for Liquid reLocation (PAPELL) ist ein Experiment, das die Funktionalität einer Ferrofluidpumpe unter Mikrogravitation zeigen soll. Als Ferrofluid bezeichnet man eine Flüssigkeit, die bei Anwesenheit von Magnetfeldern selbst magnetisch wird und daher von Magnete manipuliert werden kann. Die Pumpe arbeitet ohne bewegliche Teile und nutzt stattdessen die magnetischen Wechselwirkungen des Ferrofluids mit Elektromagneten aus. Durch gezieltes Ein- und Ausschalten der Elektromagnete wird das Ferrofluid auf verschiedenen Wegen über eine Fläche und durch ein Rohrsystem transportiert. Durch das Experiment soll die Funktionalität einer solchen Ferrofluidpumpe geprüft werden und mögliche Anwendungen bei späteren Raumfahrtprojekten diskutiert werden.

ROACH

ROACH

ROACH (Robotic in-Orbit Analysis of Cover Hulls) soll unser zweites Experiment im Rahmen des DLR REXUS/BEXUS Programms werden. Hierzu hat das KSat/ROACH Team erfolgreich eine Bewerbung für den REXUS 23/24 Zyklus eingereicht.

Motiviert wird das ROACH Projekt aus den Gefahren, welche Weltraummüll und Mikrometeoriden auf Weltraumobjekten wie Satelliten, Raumstationen und Raketenoberstufen darstellen. Zudem stellt Materialermüdung unter der anspruchsvollen Thermal- und Vakuumumgebung des Alls eine potentielle Gefahr dar. Um Beschädigungen und Veränderungen am Material erkennen zu können, ist es folglich ratsam in regelmäßigen Abständen diese Strukturen zu untersuchen. Einen neuen Ansatz dazu könnten miniaturisierte Roboter bieten, die sich mithilfe von elektroadhäsiven Ketten auf Raumflugkörpern bewegen können und mit Sensorik zum Detektieren von Schäden ausgestattet sind.

 

MIRKA2-ICV

MIRKA2-ICV

MIRKA2-ICV (Mikrorückkehrkapsel 2 - In-flight Communication Verification) ist ein Nachfolgeprojekt von MIRKA2-RX und dient der Aufarbeitung der Teilaspekte, wie zum Beispiel die nicht erfolgte Kommunikation während dem Flug. Außerdem werden verschiedene Verbesserungen und Änderungen am System getestet.

CAPE

CAPE

Der konzipierte Nanosatellit trägt den Namen CAPE (Cubesat Atmospheric Probe for Education) und geht auf eine von Priv.-Doz. Dr.-Ing. Georg Herdrich und Dr.-Ing. Jaime Esper angestoßene Missionsstudie der Arbeitsgruppe „Raumfahrtrelevante Plasmen“ des Instituts für Raumfahrtsysteme in Zusammenarbeit mit NASA Goddard zurück. CAPE ist mit eingeklappten Solarpanelen 40x10x10 cm³ groß und verfügt über eigene Lage- und Bahnregelungssysteme.

Papell: Überflieger Auswahlworkshop Bonn

Papell: Überflieger Auswahlworkshop Bonn

Drei Delegierte des PAPELL Teams haben am Auswahlworkshop für den Überflieger-Wettbewerb teilgenommen und sind dafür zum DLR Raumfahrtmanagement nach Bonn gereist.

Trotz des doch eher dürftigen Wetters verlief die Anreise gut, auch das Hotel erwies sich als äußerst komfortabel. Am Abend des Ankunftstages wurde noch einmal gewissenhaft die Präsentation geprobt, bevor bei einem Abendessen der Abend ausklang.

Der nächste Morgen begann um 10 Uhr mit einer kurzen Begrüßung von Johannes Weppler, dem Projektleiter des Überflieger-Wettbewerbs. Gefolgt von der ersten Experimentpräsentation ELVIS. Hier sollen 5 mm große Glasmurmeln 5 cm große Eisfragmente der Saturnringe repräsentieren und deren Kollisionsverhalten untersucht werden. Das nächste Experiment hieß DUST. Dieses Experiment soll eine Machbarkeitsstudie zum Metall-3D-Drucken darstellen, hierbei wurde allerdings nur die Verteilung der Metallspäne im Druckbereich untersucht und kein Laser verwendet. Die Metallspäne sollen mit einem Magnetfeld festgehalten werden. Eine vielversprechende Präsentation kam von 3D-DOS, welche gerichtete Dosimeter auf Szintillatoren-Basis verwenden wollen, um allgemein Teilchenstrahlung zu detektieren. Als letztes Team des ersten Tages trug FORALEX ihre Experimentidee vor. Hierbei geht es um Foraminiferen (Einzeller), die unter Mikrogravitation leben und dabei Aufschlüsse um ihre Kalkschalenbildung geben sollen.

Im Anschluss an die Mittagspause hielt ein Mitarbeiter des DLR einen sehr interessanten Vortrag zum Thema Projektmanagement. Hierbei ging es um die Planung und die Durchführung eines Projektes und die formalen Vorgaben seitens des DLR und der ESA.

Der abschließende Fragenteil lief so ab, dass sich die Teams in der Reihenfolge der Vorträge den Fragen der vier Experten stellen mussten. Die Fragen deckten alle Bereiche der Experimente sowie vor allem kritische Bereiche ab, um den Experten die Möglichkeit zu geben, die Projekte besser zu verstehen.

Der Tag klang mit einem leckeren Abendessen in der Pizzeria L’Osteria, bei anregenden und informativen Gesprächen über die einzelnen Experimentideen aus. Für unsere Delegation ging es nicht zu spät ins Bett, da am zweiten Tag unsere eigene Präsentation anstand.

Am nächsten Morgen startete um 9 Uhr die nächste Präsentation. Das Team LEOPaRD stellte ihr Experiment über Radioaktivitätsmessungen auf Photomultiplier-Basis vor. Danach präsentierte das Team von EXCISS ihr Projekt, bei dem sie Grundbausteine des Sonnensystems durch Reaktionen in Staub durch elektrische Lichtbögen entstehen lassen wollen. Um 10 Uhr war dann unser Team mit ihrer Präsentation an der Reihe. Die aufwändigen Animationen und das hoffentlich bald veröffentlichte PAPELL-Video kamen besonders gut an. ARISE schloss die Experimentpräsentationen ab. Hier soll die Klumpenbildung geladener kosmischer Staubteilchen untersucht werden. Diese Gruppe hatte auch bereits einige Tests im ZARM Fallturm durchgeführt und spannende Ergebnisse vorgestellt. Anschließend hielt eine Mitarbeiterin des DLR einen sehr interessanten Vortrag über Risikomanagement beim DLR. Hierbei ging es um die Risikoeinschätzung, Risikoklassifizierungen sowie um die formalen Vorgaben.

Nach der Mittagspause wurde die Gerst-Mission vorgestellt, wobei das Augenmerk vor allem auf der kommenden Mission im Frühjahr 2018 lag. Im Anschluss wurde wieder ein Fragenteil wie am Vortag durchgeführt. Bei unserem Projekt bezog sich der überwiegende Teil der Fragen auf zukünftige Anwendungen der Ferrofluidpumpen-Technologie.

Und damit war der Auswahlworkshop des DLR auch schon vorbei und nachdem noch ein Bild mit Astronaut Gerhard Thiele gemacht worden war, trat unser Team die Rückfahrt nach Stuttgart an.

Wir danken für die zahlreichen informativen und innovativen Vorträge der anderen Teams und wüschen allen viel Erfolg bei der weiteren Auswahl!

Yuri’s Night 2017

Yuri’s Night 2017

Die Yuri’s Night Stuttgart 2017 ist vorbei und wir blicken auf einen tollen Nachmittag zurück. Es hat uns gefreut unsere Ideen und Projekte mit jungen und alten Raumfahrtenthusiasten zu teilen und das vielseitige Angebot an Gruppen, Mitmachgelegenheiten und Vorträgen erleben zu dürfen.

Für alle, denen die Idee hinter der Yuri’s Night neu ist, hier ein kleine Zusammenfassung:

Die Yuri’s Night ist eine globale Feier der vergangenen, aktuellen und zukünftigen menschlichen Aktivität im Weltall. Yuri’s Night Partys und Events werden rund um die Welt im April in Anlehnung an den Kosmonauten Yuri Gagarin, der am 12. April 1961 als erster Mensch den Weltraum erreicht hat, und an den ersten Start des Space Shuttles am 12. April 1981 veranstaltet.
www.yurisnight.net

Vielen Dank an das Organisationsteam vom IRS Stuttgart und dem Planetarium Stuttgart, dass wir bei der Yuris Night dabei sein durften!

Übrigens: Schaut euch die tollen Kostüme der 501st German Garrison an!

Teilnahme an der SpaceUp ISU

Am Wochenende vom 11. bis 12. März 2017 fand an der International Space University (ISU) in Straßburg eine SpaceUp Konferenz statt. Eine SpaceUp Konferenz folgt dem Prinzip einer (Un-)Konferenz, d. h. der Fokus liegt auf einer lockeren Atmosphäre, zahlreichen Diskussionen und einem erst vor Ort erstellten Terminplan, dem sogenannten Grid. Alle Anwesenden werden ermuntert, selbst auch einen Vortrag zu halten oder eine Diskussion einzuleiten.

Maximilian von Arnim und Julian Heinzel reisten an, um KSat als Verein sowie das aktuelle REXUS Projekt ROACH vorzustellen. Um 9:30 Uhr begann die SpaceUp mit Frühstück und einer anschließenden Rede des rumänischen Kosmonauten Dumitru Dorin Prunariu. Prunariu erzählte von seinem Weg ins All, seinem siebentägigen Flug 1981 und den Organisationen, die zur Förderung der bemannten Raumfahrt im Lauf der Zeit gegründet worden sind. Besonders wichtig war ihm die notwendige und immer wieder praktizierte internationale Zusammenarbeit. Diese hat ihm als rumänischem Staatsbürger die Teilnahme am sowjetischen Raumfahrtprogramm ermöglicht.

Immer wieder unterbrochen von Kaffee-, Kuchen- und Essenspausen fanden in drei Räumen weitere Veranstaltungen statt. Diese teilten sich auf in reguläre 15-minütige Vorträge, 20-minütige Diskussionen und kurze T-5-Talks. Themen der Vorträge umfassten unter anderem den Geruch des Mondes, Brotbacken auf der ISS, die Nutzung von satellitengestützten Wärmebildkameras zur Optimierung irdischer Heizungen und Klimaanlagen und natürlich unser Experiment ROACH. Diskussionen behandelten neben Grundsatzfragen wie „Moon vs Mars“ immer wieder die verschiedenen Aspekte der Gründung von raumfahrtbezogenen StartUps. T-5-Talks waren oft unterhaltsamer gestaltet, mit Themen wie den 10 besten Raumfahrtfilmen, CanSats in Nepal, dem Programm ‚Die Astronautin‘ und unser studentischer Verein KSat.

Nach den Vorträgen, bei Diskussionen und während der Pausen ergaben sich oft interessante Gespräche mit Experten, jungen StartUp-Gründern und anderen Studenten. Ein Student aus Turin, der aktuell im Rahmen des SEEDS-Programms der ESA studiert, konnte uns mit einer Forscherin zu Elektroadhäsion in Verbindung setzen. Auch einige Schüler waren anwesend.Es ergab sich die Möglichkeit einen Prototyp für ein entfaltbares Habitat für lebensfeindliche Umgebungen sowie eine mehrfach verwendete Wiedereintrittskapsel zu besichtigen.

Neben dem fachlichen blieb auch genug freie Zeit, um am Abend einem Saxofon Ensemble aus Studenten der ISU zu lauschen und die Innenstadt Straßburgs zu besichtigen. KSat kommt gerne wieder!