KSat Stuttgart e.V.

Der Wettbewerb “Überflieger” vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bietet Studenten die Möglichkeit, ein eigenes Experiment auf die Internationale Raumstation ISS zu schicken. Dieses wird dann unter anderem vom ESA-Astronauten Alexander Gerst betreut. Von allen Bewerbungen werden die acht besten Vorschläge von Experten ausgewählt. Die Studenten der jeweiligen Teams werden zu einem Auswahlworkshop ins DLR Raumfahrtmanagement nach Bonn eingeladen, wo sie ihre Experimentideen präsentieren dürfen. Insgesamt werden drei Experimente für die Durchführung auf der ISS ausgewählt. Die Studenten dürfen nach der eigenen Fertigstellung auch den Start ihres Experiments 2018 live vor Ort miterleben.

Als Mitglieder der Kleinsatellitengruppe der Universität Stuttgart “KSat e.V.” haben wir uns mit zwei Experimentideen beim DLR beworben:

“Pump Application using Pulsed Electromagnets for Liquid reLocation” (PAPELL) ist ein Experiment, das die Funktionalität einer Ferrofluidpumpe unter Mikrogravitation zeigen soll. Als Ferrofluid bezeichnet man eine Flüssigkeit, die bei Anwesenheit von Magnetfeldern selbst magnetisch wird und daher von Magnete manipuliert werden kann. Die Pumpe arbeitet ohne bewegliche Teile und nutzt stattdessen die magnetischen Wechselwirkungen des Ferrofluids mit Elektromagneten aus. Durch gezieltes ein- und ausgeschalten der Elektromagnete wird das Ferrofluid auf verschiedenen Wegen über eine Fläche und durch ein Rohrsystem transportiert. Währenddessen zeichnen Kameras die Bewegungsvorgänge auf, um eine spätere Analyse zu ermöglichen. Zusätzlich soll die Pumpe zeigen, dass sie auch für den Transport fester Teilchen geeignet ist. Dazu wird ein Festkörper im Rohrsystem in die Flüssigkeit eingeschleust und mittransportiert. Durch das Experiment soll die Funktionalität einer solchen Ferrofluidpumpe geprüft werden und mögliche Anwendungen bei späteren Raumfahrtprojekten diskutiert werden. Eine mögliche Anwendung wäre ein modifiziertes Belüftungssystem, welches ohne Ventilatoren funktioniert und somit deutlich weniger Lärm produziert und damit den Stress für Astronauten reduziert.

STELLA (kurz für STEreoLithographic LAboratory) soll in der Mikrogravitationsumgebung der Internationalen Raumstation Technologiedemonstrator für das 3D-Druckverfahren der Stereolithographie im All dienen. Hierbei wird ein lichtempfindliches flüssiges Harz mit RGB-Laser- oder UV-Licht ausgehärtet und bildet Schicht für Schicht eine dreidimensionale Struktur.
Neben den grundlegenden Tests in der Schwerelosigkeit, bei denen eine Untersuchung der Stoffeigenschaften stattfindet, sollen feine Strukturen erzeugt werden. Diese könnten zum Beispiel als Ausgangspunkt für "Tissue Engineering" (Gewebezüchtung, hier in 3D-gedruckten Kunststoffmatrizen) besonders zur Forschung und Unterstützung auf Langzeitmissionen im Weltraum, oder für besonders leichte Bauteile genutzt werden.
Während des Projektes wird ein miniaturisierter Stereolithographiedrucker konstruiert, wobei auf so viele kommerziell erhältliche Bauteile wie möglich zurückgegriffen wird. Dieser muss nach Überflieger-Spezifikation in einen Bauraum von 1,5 U (10cm x 10cm x 15cm) passen.

No events