KSat Stuttgart e.V.

SSETI EXPRESS startete am 27. Oktober 2005 um 8:52 Uhr MESZ an Bord einer russischen Cosmos- 3M Trägerrakete vom Kosmodrom in Plesetsk. Der Start verlief planmäßig und schon kurze Zeit später wurde von der Kontrollstation die erfolgreiche Trennung der Raketenstufen vermeldet.
Pünktlich um 10:30 Uhr MESZ empfing die SSETI Bodenstation in Aalborg das erste Signal des Satelliten.

Aktueller Status

Die SSETI EXPRESS Mikrosatellitenmission ist ein bemerkenswerter Erfolg. Die zwei ersten Missionsziele wurden erreicht und zahlreiche wichtige Meilensteine abgearbeitet. Aufgrund eines Fehlers im elektrischen System an Bord ist der Satellit momentan inoperabel, aber es gibt immer noch eine geringe Chance auf eine Reaktivierung, deren Wahrscheinlichkeit momentan untersucht wird.
Das Ausbildungsziel wird weiterhin erreicht durch die Einbindung der Studenten in die detaillierte Analyse und das Verstehen der Situation.

Erfolgreiche Missionsziele

Missionsziel 1 war die Demonstration eines von Studenten in pan-europäischer Zusammenarbeit entwickelten Satelliten und des dahinter stehenden Netzwerks von Universitäten und Institutionen. Mit der Integration, dem Durchlaufen der Testkampagne und dem Start von SSETI EXPRESS zeigen sich die Möglichkeiten und Eignung des SSETI Programms selbst und aller involvierten Studententeams.
Missionsziel 2, das Aussetzen dreier Picosatelliten, ist ebenfalls teilweise erfüllt. Zwei der drei von verschiedenen Universitäten gebauten CubeSats wurden erfolgreich in den Orbit gebracht und haben inzwischen ihre eigenständigen Missionen aufgenommen.
SSETI EXPRESS hat sich planmäßig aktiviert und erste Daten genau nach Zeitplan an die Bodenstation übertragen. Dies zeigt den erfolgreichen Start des Satelliten und die Trennung von der Trägerrakete.
Die primäre SSETI Bodenstation in Aalborg konnte zuverlässige Zwei-Wege-Kommunikation mit SSETI EXPRESS herstellen.
Eine bedeutende Menge an Housekeeping Daten wurden vom Satelliten heruntergeladen, welche eine detaillierte Analyse der Situation zulassen. Dies hat auch das weltweite Netzwerk von Radioamateuren mit eingebunden, die uns wertvolle Unterstützung und zusätzliche Daten liefern konnten.

Das Problem

Um die Sicherheit der anderen Satelliten auf demselben Träger zu gewährleisten, blieb SSETI EXPRESS nach der Trennung zunächst für 65 Minuten inaktiv, bevor die drei CubeSat-Passagiere ausgesetzt wurden.
In dieser Zeit musste die durch die Solarzellen aufgefangene Energie dissipiert werden. Nachweislich scheint dieses Dissipationssystem versagt zu haben und behindert nun die Aufladung der Batterien. Die Batteriespannung sank kontinuierlich während der Missionszeit, bis der Satellit nach etwa 6,5 Stunden in den Safe Mode umschaltete und sich schließlich deaktivierte.

Ausblick

Detaillierte Analyse der empfangenen Daten zusammen mit Computersimulationen und Hardware Tests unterstützt die oben genannte Theorie des Versagens eines bestimmten Bauteils im Dissipationssystem.
Bodengestützte Hardware Tests bestätigen aber auch die Möglichkeit eines zweiten Versagens in diesem System, welches ein Aufladen der Batterien und die Wiederaufnahme des Betriebs des Satelliten ermöglichen würde. Ausgiebige weiterführende Analysen wurden erfolgreich durchgeführt, um die Wahrscheinlichkeit dieses Versagens zu untersuchen und alternative Erklärungen auszuschließen.
Da der Satellit momentan nicht steuerbar ist, kann die Mission nicht wie geplant fortgesetzt werden. Alle Systeme befinden sich deshalb in einem "Standby" bis zur möglichen Reaktivierung von SSETI EXPRESS. Das Team bleibt deshalb hoffnungsvoll und wachsam.
Die Bodenstation und das Missionskontrollzentrum wird für die autonome Überwachung des Satelliten rekonfiguriert, so dass der Betrieb im Fall der Reaktivierung sofort wieder aufgenommen werden kann.
Durch die andauernde Analyse der Situation werden die Studenten täglich weiter in die Aspekte des Raumfahrtprojekts eingebunden und der Ausbildungsaspekt der SSET Initiative nachhaltig fortgesetzt.

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Die Mission

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